Kirkuk-Ölfeld
Das Kirkuk-Ölfeld liegt im Nordosten des Irak nahe der gleichnamigen Stadt und gehört zu den ältesten und historisch bedeutendsten Ölfeldern des Nahen Ostens. Mit geschätzten Reserven von rund 9 Milliarden Barrel war es über Jahrzehnte die wichtigste Einnahmequelle des Irak.
Geschichte
Das Feld wurde am 15. Oktober 1927 von der Iraq Petroleum Company (IPC) entdeckt, als die Bohrung Baba Gurgur in einer gewaltigen Fontäne Öl an die Oberfläche brachte. Der Ausbruch dauerte acht Tage und produzierte geschätzte 95.000 Barrel pro Tag, bevor er unter Kontrolle gebracht werden konnte. Kirkuk wurde damit zum ersten großen Ölfund im Irak.
Die IPC erschloss das Feld und verband es durch IPC-Pipelines mit Exportterminals am Mittelmeer. Die Pipelines nach Haifa und Tripoli (Libanon) machten das irakische Öl ab den 1930er Jahren für den europäischen Markt verfügbar.
Kirkuk war ein zentrales Objekt der irakischen Nationalisierung 1972, als die Regierung unter Saddam Hussein die IPC enteignete. Die Kontrolle über Kirkuk und seine Öleinnahmen ist bis heute politisch umkämpft, da die Stadt im Spannungsfeld zwischen der irakischen Zentralregierung und der Kurdischen Autonomieregion liegt.
Im Lauf der Jahrzehnte ist die Fördermenge deutlich zurückgegangen. Druckabfall und Wassereinbruch haben die Produktivität gemindert. Dennoch bleibt Kirkuk mit rund 400.000 bpd ein wichtiger Produktionsstandort.
Verbindungen
Betreiber
- Iraq Petroleum Company – Entdecker und erster Betreiber
Geografischer Kontext
- Irak – Standortland
Systemischer Kontext
- Konzessionssystem – Rechtlicher Rahmen
- MOC - Geschichte der Ölindustrie im Nahen Osten – Übergeordnete MOC
- MOC - Die 10 größten Erdölfelder im Nahen Osten