Konzessionssystem
Das Konzessionssystem bezeichnet das rechtliche und ökonomische Modell, durch das westliche Ölkonzerne im 20. Jahrhundert die Erdölvorräte souveräner Staaten im Nahen Osten und Lateinamerika kontrollierten. Durch langfristige Verträge erhielten Konzerne exklusive Rechte zur Exploration, Förderung und Vermarktung von Öl auf riesigen Gebieten, während die Staaten nur minimale Abgaben erhielten und keinerlei operative Kontrolle besaßen.
Das System war durch extreme Machtasymmetrien gekennzeichnet: Konzessionen deckten oft das gesamte Staatsgebiet ab, liefen über 60 bis 99 Jahre, gaben den Konzernen totale Kontrolle über Fördermengen und Preise, während die Staaten lediglich eine feste Förderabgabe pro Barrel oder einen geringen Gewinnanteil erhielten. Der Posted Price diente als Mechanismus zur Gewinnmaximierung der Konzerne.
Verbindungen
- D'Arcy-Konzession (1901) – Prototyp des Konzessionssystems
- Seven Sisters – Die Konzerne, die das System dominierten
- Ressourcennationalismus – Die politische Gegenbewegung
- OPEC – Produzentenländer-Kartell zur Überwindung des Systems