Ressourcennationalismus
Ressourcennationalismus bezeichnet die politische Bestrebung von Staaten, die Kontrolle über ihre natürlichen Ressourcen (insbesondere Öl und Gas) von ausländischen Unternehmen zurückzuerlangen und in nationale Hände zu überführen. Es ist der Gegenentwurf zum liberalen Marktmodell und oft eine Reaktion auf kolonialistische Ausbeutung.
Diese Politik prägte die Ölindustrie des 20. Jahrhunderts maßgeblich und führte zum Aufstieg der staatlichen Ölgesellschaften (National Oil Companies).
Themenbereiche
Wellen des Ressourcennationalismus
Die Geschichte verläuft in Phasen: Von der Dekolonisierung und dem Aufstieg der OPEC in den 1970ern bis zum erneuten Selbstbewusstsein in der Hochpreisphase der 2000er Jahre (z.B. in Venezuela oder Russland).
Motive und Risiken des Ressourcennationalismus
Warum tun Staaten das? Die Analyse der wirtschaftlichen Hoffnung auf höhere Staatseinnahmen und nationale Souveränität, aber auch der Risiken wie Ineffizienz, Kapitalflucht und technologischer Rückstand.
Verbindungen
Verwandte Konzepte
- Konzessionssystem – Das historische Vertragsmodell, das den Nationalismus befeuerte
Hauptakteure
- OPEC – Das mächtigste Kartell der Produzentenländer
- Mohammad Mossadegh – Symbolfigur des frühen Widerstands
- Seven Sisters – Die Zielscheibe der Nationalisierungen