Seven Sisters
Die Seven Sisters (Sieben Schwestern) waren ein Oligopol von sieben multinationalen Ölkonzernen, das von den 1940er bis zu den 1970er Jahren den globalen Ölmarkt dominierte. Der Begriff wurde 1950 vom Italiener Enrico Mattei geprägt, um die überwältigende Marktmacht dieses Kartells zu beschreiben.
Sie kontrollierten zeitweise 85% der weltweiten Reserven und nutzten das Konzessionssystem, um Preise und Fördermengen zu diktieren.
Die Mitglieder
Die amerikanischen "Sisters"
- Standard Oil of New Jersey (Esso/Exxon): Der mächtigste der Schwestern.
- Standard Oil of New York (Socony/Mobil): Stark in Asien vertreten.
- Standard Oil of California (Socal/Chevron): Entdecker des saudischen Öls.
- Texaco: Texanischer Partner von Socal in Saudi-Arabien.
- Gulf Oil: Dominanter Player in Kuwait (mit BP).
Die europäischen "Sisters"
- Royal Dutch Shell: Britisch-niederländischer Gigant.
- Anglo-Persian Oil Company (später BP): Beherrschte das iranische Öl.
!NOTE Moderne Nachfolger Durch Fusionen in den 1990ern entstanden daraus die heutigen Supermajors:
- ExxonMobil (Exxon + Mobil)
- Chevron (Chevron + Texaco + Gulf)
- BP (BP + Amoco)
- Royal Dutch Shell
Strategien der Macht
Das Kartell sicherte seine Macht durch:
- Marktaufteilung: Siehe Achnacarry-Abkommen (1928) (As-Is).
- Gebietsabsprachen: Siehe Red-Line Agreement (1928) und die Rolle der Near East Development Corporation.
- Vertikale Integration: Kontrolle der gesamten Wertschöpfungskette der Ölindustrie (Upstream, Midstream, Downstream).
Der Niedergang
Die Macht der Sisters zerbrach in den 1970er Jahren durch den Aufstieg des Ressourcennationalismus und die Gründung der 40 Knowledge/Organizations/OPEC. Staaten wie Libyen, Irak und Saudi-Arabien verstaatlichten ihre Ölindustrien und übernahmen die Preiskontrolle.
Verbindungen
- Konzessionssystem – Das Instrument der Kontrolle