OPEC
Die OPEC (Organization of the Petroleum Exporting Countries) ist ein internationales Kartell von Ölexportländern, das 1960 in Bagdad gegründet wurde. Ihr vorrangiges Ziel war es, die Macht der großen westlichen Ölkonzerne (Seven Sisters) zu brechen und die Souveränität über die eigenen Erdölressourcen zurückzugewinnen.
Gründung & Ziele
Die Organisation wurde auf Initiative von Juan Pablo Pérez Alfonzo (Venezuela) und Abdullah Tariki (Saudi-Arabien) gegründet. Die fünf Gründungsmitglieder waren:
- Saudi-Arabien
- Iran
- Irak
- Kuwait
- Venezuela
Zentrales Motiv war der Widerstand gegen einseitige Preissenkungen durch die Seven Sisters. Die OPEC forderte ein Mitspracherecht bei der Preisgestaltung und eine Erhöhung der staatlichen Einnahmenanteile (über das 50/50-Profit-Sharing hinaus). Später entwickelte sie sich zu einem Instrument, um durch Förderquoten den Weltmarktpreis aktiv zu steuern.
Historische Bedeutung
Die Gründung der OPEC markierte den Beginn des Ressourcennationalismus im globalen Maßstab. Sie beendete langfristig das Konzessionssystem alter Prägung und führte in den 1970er Jahren zu einer massiven Verschchiebung von Reichtum und geopolitischem Einfluss vom globalen Norden in den globalen Süden (besonders deutlich in der ersten Ölkrise 1973).
Modell für die OPEC war ironischerweise das private Kartellsystem ihrer Gegner, speziell das Achnacarry-Abkommen (1928).
Verbindungen
- Seven Sisters – Das gegnerische Kartell der Konzerne
- Saudi-Arabien – Das einflussreichste Mitgliedsland
- Ressourcennationalismus – Die ideologische Grundlage
- Konzessionssystem – Das bekämpfte System